Variantencodierung der Bosch Motorsteuergeräte DME 1.7 am 8er BMW E31 und 7er E32

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Variantencodierung der Bosch Motorsteuergeräte DME 1.7 am 8er BMW E31 und 7er E32
Variantencodierung der Bosch Motorsteuergeräte DME 1.7 am 8er BMW E31 und 7er E32

Was genau ist die Variantencodierung?
Diese Technik kam als Vorläufer zu den Flash-Varianten zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Flash-Steuergeräten kann der darin befindliche EPROM nur 1x beschrieben werden, es werden also alle maximal möglichen Parameter, Kennfelder, Varianten, länderspezifischen Einstellungen etc. bereits im Vorfeld einmalig bei der Produktion in den EPROM des Steuergerätes einprogrammiert.

Nun kommt die Besonderheit ins Spiel, ein kleiner Teil des Platzes auf dem Speicherbaustein wird nicht beschrieben, er steht der Variantencodierung zur Verfügung die dann per Selektion definiert welche Auswahl dieser Parameter und Kennfelder für das aktuelle Fahrzeug zugeordnet werden sollen. Eine Variantencodierung ist 8x möglich, so hat es BMW definiert, bzw. limitiert.

Der Unterschied Flash gegenüber der Variantencodierung:
Bei der Flash-Variante können Kennfelder, Parameter usw. als Ganzes (nahezu unendlich oft, wenn BMW es nicht auf 14x beschränkt hätte) beschrieben werden. Eine Selektion per Variantencodierung ist dann nicht mehr nötig.
Allerdings wird dafür ein wiederbeschreibbares EEPROM ( Electrically Erasable Programmable Read-Only Memory) benötigt welches die DME 1.7 vom M70 nicht unterstützt.

Beim Flashen wird der Vorgang im Gegensatz zum „Codieren“ als „Programmieren“ bezeichnet.

Interessant ist zudem, meine Untersuchungen haben ergeben, es wäre noch genug Platz frei, man könnte vom Restspeicherplatz über 30 mal variantencodieren aber seitens BMW Software wird die Anzahl der Schreibvorgänge auf 8x limitiert. In der Doku wird darauf hingewiesen, dass dann ein neues Steuergerät gekauft werden müsse.

Zum Speicherort habe ich herausgefunden, die Variantencodes werden im Adressbereich von 0x1E48 bis 0x1E83 des EPROM-Speichers abgelegt.
Hierfür habe ich ein XDF-File für TunerPro erstellt welches die Adressbereiche der einzelnen Codes herausfiltert und sich damit die komplette Historie der Variantencodierung der DME eines Fahrzeugs anzeigen lässt:

Variantencodierung Hex-Code
Variantencodierung Hex-Code

Zudem kann die Bosch-Nr., BMW-Teilenummer und der Softwarestand mit dem XDF ausgelesen und angezeigt werden.

Auch interessant, die abgelegten Variantencodes sind explizit von der Checksummen-Berechnung ausgenommen, wäre dies nicht der Fall so ergebe sich nach jedem Variantencodieren eine neue Checksumme, die aber ebenso wie der Rest auf dem Speicher, nicht mehr neu beschrieben werden könnte, siehe Erklärung oben.

Es empfiehlt sich somit dringend die Variantencodierung der eigenen beiden DMEs zu prüfen:

Hier eine Tabelle der verschiedenen Variantencodes:

Variantencodierung Fahrzeug-Tabelle
Variantencodierung Fahrzeug-Tabelle

Immer wieder liest man dass gebrauchte DMEs „ungeprüft“ montiert werden, diese Vorgehensweise ist technisch nicht in richtig, vor allem dann nicht wenn man die Herkunft des Tausch-Moduls nicht kennt. Es gibt viele Möglichkeiten die dann zu Inkonsistenzen führen können, anbei ein paar Beispiele:

  • War das Spenderfahrzeug evtl. ein 7er E32 ?
  • Oder ein Handschalter?
  • Oder noch kritischer, ein Auto ohne KAT ?
  • Sind Tuning-Chips verbaut?

Man stelle sich vor, Bank 1 läuft dann korrekt z.B. als Automatik (C352), Bank 2 jedoch im selben Motor als „No KAT Version“ und damit ohne Lambdaregelung UND noch gepaart als Handschalter mit Code F052, eine denkbar ungünstige Konstellation, was es gilt durch Prüfung auszuschließen.

Mit unserem Diagnose-Interface können Sie die Variantencodierung auslesen und schaffen damit Gewissheit.